Bildungspolitik ist Kulturpolitik

Unser Bsimonekleinildungssystem ist an Kopf und Fuß veraltet. Es ist runzelig und müffelt. Wir brauchen eine einheitliche Schule mit möglichst vielen Bildungschancen. Wir müssen die Teilung in Haupt-, Realschulen und Gymnasien überwinden. Aber nicht nur das. Seit Jahrzehnten zeigen Untersuchungen ohne Veränderung, dass Kinder von Akademikerfamilen auch dann in der Schule bevorzugt werden, wenn die Leistungen auf gleichem oder sogar auf niedrigerem Niveau wie die anderer Schüler sind. Das widerspricht jedem Verständnis von Chancengleichheit. Das Problem liegt in der mangelnden Sensibilität den Eigenen Vorurteilen gegenüber, die in großen Teilen der Lehrer*innenschaft herrscht.

Durch den Bologna-Prozess haben wir die universitäre Ausbildung verschult und den Studiumunfang in der Breite und der Tiefe reduziert. Zugleich ist jedoch der Leistungsdruck durch die verkürzten Studienzeiten gestiegen. Es braucht einen europäischen Prozess, diese Entwicklung umzukehren. Das Zweiklassenstudium (Bachelor und Master) ist keine Perspektive für eine Wissensgesellschaft, sondern ausschließlich für die Verwertbarkeit des akademischen Nachwuchses im Produktionsprozess. Studium hat aber nicht in erster Linie die Aufgabe die Profite zu erhöhen und schon gar nicht die, eine akademische Reservearmee zu schaffen; Studium muss doch auch den allgemeinen gesellschaftlichen Bildungsstand erhöhen. Wir müssen umkehren an den Hochschulen und ganz neu starten an den Schulen.

Aber auch unsere Kunst- und Kultur braucht Förderung und staatliche Unterstützung. Bund und Länder müssen die Mittel bereitstellen, die eine lebendige Kulturszene zum Überleben und zur Entwicklung braucht. Und auch die Gemeinden, die viel gute und wichtige Arbeit für Kunst und Kultur leisten, brauchen Mittel aus den Länderkassen und der Bundeskasse. Denn die Eigenmittel der Gemeinden gehen, auch durch die Gewerbesteuergesetzgebung und die wirtschaftliche Verödung weiter Teile des Landes zurück.