Diese Artikel ist Teil der Main-Post Serie zur Vorberichterstattung für die Bundestagswahl.

Personalmangel, Bürokratie, Finanzierung: Juliusspital-Stationsleiterin Petra Budig erwartet von der Politik Veränderungen. Meine Antwort.

»Simone Barrientos (Die Linke): „Wir brauchen endlich eine gesetzliche Perso­nalbemessung“

„Der Pflegenotstand ist unübersehbar und die Coronakrise hat uns vor Augen geführt, dass das Gesundheitssystem falsch organi­siert ist. Schon vor Corona galt als Normalzustand in Krankenhäusern und in der Pflege: Kaum Zeit für Zuwendung, mangelnde Hygiene, mehr Unfälle und sogar vermeidbare Todesfälle. Wir brauchen endlich eine gesetzliche Perso­nalbemessung für alle Berufe im Kran­kenhaus und in ambulanten und stationä­ren Pflegeeinrichtungen!

Anders ist der reale Bedarf von circa 100 000 Pflegekräften mehr in den Krankenhäusern und weiteren 100 000 Pflege­kräften zusätzlich in den Pflegeheimen nicht zu decken. Um die vielen Ausgebildeten, die den Beruf verlassen haben, mit attraktiven Arbeitsbedingungen zurück zu gewinnen, muss das Grundgehalt in den sozialen Berufen um 500 Euro angehoben werden!

Ich finde, gerade die Aus- und Fortbildung in Gesundheits- und Pflegeberufen soll gebührenfrei sein und insbesondere die Arbeitsleistung während der Ausbildung muss zusätzlich vergütet werden. Alles andere grenzt an Ausbeutung. Ich trete dafür ein, privatisierte Krankenhäuser wieder in kommunale, öffentliche oder gemeinnützige Hand zurück zu führen. Gewinne aus dem Betrieb von Krankenhäusern und der Pflege dürfen nicht in die Taschen von Eigentümern und Aktionären fließen.“«

Main-Post, 25.08.2021, online auf mainpost.de (Paywall)